Dossier FG

Migration, Flucht und Integration

Kernergebnis: Migration ist keine einheitliche Kategorie und damit auch kein einheitliches Problem. Deutschland hat EU-Freizügigkeit, Arbeits- und Fachkräftemigration, Familienmigration, internationale Studierende sowie Fluchtmigration mit jeweils unterschiedlichen Rechtsgrundlagen, Chancen und Verwaltungswegen. Die Hauptprobleme liegen in der Steuerungsfähigkeit: belastbare Verfahren, kommunale Aufnahme, Wohnen, Sprach- und Arbeitsmarktintegration, Anerkennung und klare Perspektiven nach einer Entscheidung. Eine pauschale Zuschreibung sozialer oder sicherheitsbezogener Probleme an Herkunft oder Einwanderung wäre empirisch unhaltbar und wird hier nicht vorgenommen.

Status: [F] amtlich belegt · [P] Projektion · [I] plausible Folgerung · [O] Datenlücke/offen.

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## Dossier FG — Migration, Flucht und Integration

**Kernergebnis:** Migration ist keine einheitliche Kategorie und damit auch kein einheitliches Problem. Deutschland hat EU-Freizügigkeit, Arbeits- und Fachkräftemigration, Familienmigration, internationale Studierende sowie Fluchtmigration mit jeweils unterschiedlichen Rechtsgrundlagen, Chancen und Verwaltungswegen. Die Hauptprobleme liegen in der Steuerungsfähigkeit: belastbare Verfahren, kommunale Aufnahme, Wohnen, Sprach- und Arbeitsmarktintegration, Anerkennung und klare Perspektiven nach einer Entscheidung. Eine pauschale Zuschreibung sozialer oder sicherheitsbezogener Probleme an Herkunft oder Einwanderung wäre empirisch unhaltbar und wird hier nicht vorgenommen.

**Status:** [F] amtlich belegt · [P] Projektion · [I] plausible Folgerung · [O] Datenlücke/offen.

### 1. Kernbefund

- [F] Ende 2025 lebten rund **14,07 Mio. ausländische Staatsangehörige** in Deutschland; davon waren 35 % EU-Staatsangehörige. Diese Gruppe ist nicht mit Schutzsuchenden gleichzusetzen. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/auslaenderstatistik-stichtag.html)
- [F] Rund **21,8 Mio. Menschen** hatten 2025 eine Einwanderungsgeschichte; darin sind auch in Deutschland geborene Personen enthalten. Das ist eine Bevölkerungsbeschreibung, kein Integrations- oder Sozialstatus. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_128_125.html)
- [F] Ende 2025 waren rund **3,2 Mio. Schutzsuchende** registriert, 3,9 % der Gesamtbevölkerung. Die Zahl lag 2,1 % unter dem Vorjahr. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_162_125.html)
- [F] Die Beschäftigungsentwicklung wird demografisch zunehmend von Zuwanderung getragen. Das ist eine Chance, aber nur bei erfolgreicher Anerkennung, Sprachförderung, Arbeitsmarktzugang und lokaler Aufnahme. [Bundesagentur für Arbeit](https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-25-beschaeftigungswachstum-wird-von-auslaendischen-arbeitnehmern-getragen)

### 2. Definition und Abgrenzung

Dieses Dossier unterscheidet:

1. Einwanderungsgeschichte als statistisches Merkmal.
2. Ausländische Staatsangehörigkeit als aufenthalts- und arbeitsrechtliche Kategorie.
3. EU-Bürger/innen mit Freizügigkeit.
4. Erwerbsmigration und internationale Bildung.
5. Schutzsuchende, Asylsuchende und Menschen mit vorübergehendem Schutz.
6. Menschen mit abgelehntem Schutzstatus bzw. Ausreisepflicht.

Sicherheit, Kriminalität, Extremismus und Justiz werden im Sicherheits- und Justizdossier anhand von Tat-, Opfer- und Verfahrensdaten behandelt — nicht anhand pauschaler Gruppenmerkmale.

### 3. Teilprobleme

1. Uneinheitliche Begriffe und irreführende Gesamtaussagen  
2. Komplexe Visa-, Aufenthalts- und Anerkennungsverfahren  
3. Asylverfahren und gerichtliche Nachprüfung  
4. Kommunale Aufnahme- und Unterbringungskapazität  
5. Wohnraummangel als Integrationshemmnis  
6. Uneinheitliche Ausländerbehördenprozesse  
7. Lange oder unsichere Aufenthaltsverhältnisse  
8. Schwierige Rückführung bei fehlendem Bleiberecht  
9. Sprachkurszugang und Kursabschluss  
10. Kinderbetreuung als Zugangsvoraussetzung für Integration  
11. Anerkennung ausländischer Qualifikationen  
12. Berufssprache, Matching und Nachqualifizierung  
13. Arbeitsmarktzugang und Unterbeschäftigung  
14. Bildungsintegration von Kindern und Jugendlichen  
15. Übergänge in Ausbildung  
16. Gesundheits- und psychosoziale Versorgung  
17. Diskriminierung und Teilhabe  
18. Unzureichend integrierte Datenbestände  
19. Konflikte zwischen kurzfristiger Krisenaufnahme und langfristiger Planung  
20. Verantwortungsdiffusion zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Arbeitgebern und Trägern

### 4. Messbild

| Indikator | Befund |
|---|---:|
| Nettozuwanderung 2025 | 235.000 Personen, 45 % weniger als 2024 |
| Ausländische Staatsangehörige Ende 2025 | 14,07 Mio. |
| Menschen mit Einwanderungsgeschichte 2025 | 21,8 Mio. bzw. 26,3 % |
| Schutzsuchende Ende 2025 | 3,2 Mio. |
| Offener Schutzstatus Ende 2025 | 361.000 Personen |
| Abgelehnter Schutzstatus Ende 2025 | 178.000; davon 140.000 mit Duldung |
| Asylentscheidungen 2025 | 310.930 |
| Anerkennungsquote aller BAMF-Entscheidungen 2025 | 28,1 % |
| Arbeitsmarktzulassungen 2025 | 521.000 |
| Anerkennungsverfahren ausländischer Qualifikationen 2024 | rund 95.500 |
| DTZ-Prüfungsteilnehmende 2024 | 320.343; 56,3 % erreichten B1 |
| Einbürgerungen 2025 | 332.500 |
| Beschäftigungsquote, August 2025 | Ukraine: 36,6 %; acht Asylherkunftsländer: 49,2 % |

Quellen: [Wanderung](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_184_12411.html), [Schutzsuchende](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_162_125.html), [BAMF-Asylstatistik](https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Statistik/AsylinZahlen/aktuelle-zahlen-dezember-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=4), [Arbeitsmarkt](https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migration/Personen-nach-Staatsangehoerigkeiten/Fokus-Arbeitsmarkt/Arbeitsmarktpartizipation-von-Staatsangehoerigen-der-Asylherkunftslaender.html?nn=25122).

### 5. Entwicklung

- [F] Die Nettozuwanderung sank 2025 deutlich auf 235.000 Personen; Zuzug, Fortzug und Migrationsarten entwickeln sich jedoch unterschiedlich.
- [F] Die Zahl registrierter Schutzsuchender ging 2025 leicht zurück. Das ist keine Aussage über kommunale Belastung, weil diese von regionaler Verteilung, Wohnungsangebot und Altersstruktur abhängt.
- [F] 2025 entschied das BAMF mehr Asylverfahren als 2024. Die Schutzquote sank stark; ein Teil der Veränderung hängt mit der Herkunftsstruktur und der Art der Entscheidungen zusammen.
- [F] Die Zahl der Arbeitsmarktzulassungen stieg 2025 auf 521.000, während Einbürgerungen mit 332.500 einen Höchststand erreichten.
- [F] Die Beschäftigung ausländischer Staatsangehöriger wuchs langfristig stark; dies ersetzt keine gezielte Integrationspolitik, zeigt aber vorhandenes Arbeitsmarktpotenzial.

### 6. Regionale Lage

- [F] Schutzsuchende machten Ende 2025 in Bremen 6,6 %, im Saarland 5,3 % und in Berlin 5,2 % der jeweiligen Bevölkerung aus; in Brandenburg und Bayern jeweils 3,0 %. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_162_125.html)
- [I] Entscheidend für die lokale Belastung sind nicht allein Pro-Kopf-Quoten, sondern verfügbare Wohnungen, Kita- und Schulplätze, Sprachkurse, medizinische Versorgung und Verwaltungskapazität.
- [I] Ländliche Regionen können von Arbeitskräftezuzug profitieren, benötigen aber Mobilität, Wohnraum, Sprachkurse und soziale Infrastruktur.
- [O] Vergleichbare Daten über Ausländerbehörden-Bearbeitungszeiten, kommunale Unterbringungsqualität und Integrationsangebote fehlen bundesweit.

### 7. Internationale Einordnung

- [F] Die EU-Freizügigkeit unterscheidet sich rechtlich grundlegend von Drittstaaten- und Fluchtmigration.
- [F] Schutz für Geflüchtete basiert auf Völker-, Europa- und nationalem Recht; individuelle Verfahren bleiben notwendig.
- [I] Deutschlands Attraktivität für Fachkräfte hängt nicht nur vom Aufenthaltsrecht ab, sondern auch von Sprache, Anerkennung, Löhnen, Wohnen, Schulen, Verwaltung und gesellschaftlicher Offenheit.
- [I] Grenz- und Rückführungspolitik kann nationale Verfahren nicht vollständig lösen, da Rücknahmen Kooperation mit Herkunfts- und Transitstaaten, Identitätsklärung und rechtsstaatliche Einzelfallprüfung voraussetzen.

### 8. Ursachen

- Kriege, Verfolgung, Klima- und Wirtschaftskrisen, Arbeitskräftebedarf, Bildung, Familienbindungen und Freizügigkeit erzeugen unterschiedliche Migrationsbewegungen.
- Komplexes Aufenthaltsrecht und unterschiedliche Zuständigkeiten erhöhen den Verwaltungsaufwand.
- Fehlende Sprachkenntnisse sind vor allem in regulierten Berufen ein Zugangs- und Aufstiegshemmnis.
- Kinderbetreuung, Wohnort, Traumatisierung, Anerkennung, Diskriminierung und familiäre Pflichten beeinflussen Integrationsverläufe.
- Schwache Konjunktur erschwert berufliche Einstiege, auch wenn struktureller Fachkräftebedarf bleibt.
- Ein unklarer oder langwieriger Status kann Planung, Ausbildung und Arbeitsaufnahme erschweren.

### 9. Verantwortung

| Akteur | Hauptaufgabe |
|---|---|
| Bund / BAMF | Asyl, Integrationskurse, Aufenthaltsrecht, Register |
| Auswärtiges Amt | Visa und Auslandsverfahren |
| Länder | Ausländerbehördenaufsicht, Schulen, Polizei, Rückführungen |
| Kommunen | Unterbringung, Meldung, Kitas, Schulen, soziale Beratung |
| Jobcenter / BA | Arbeitsvermittlung, Zulassungen, Qualifizierung |
| Arbeitgeber / Kammern | Ausbildung, faire Rekrutierung, Anerkennungspraxis |
| Bildungsträger | Sprach- und Integrationskurse |
| Zivilgesellschaft | Beratung, Begegnung, Beteiligung; kein Ersatz für staatliche Aufgaben |

### 10. Direkte Kosten

- [F] Ausgaben liegen bei Bund, Ländern, Kommunen, Sozialversicherung und Trägern in unterschiedlichen Systemen; eine belastbare, überschneidungsfreie bundesweite „Migrationsgesamtsumme“ existiert nicht.
- [F] Unterbringung, Schulen, Kitas, Gesundheitsversorgung und Verwaltung sind reale öffentliche Kosten, aber zugleich Leistungen für Menschen mit rechtlichem Anspruch und Investitionen in gesellschaftliche Teilhabe.
- [I] Ohne getrennte Erfassung von Krisenaufnahme, regulärer Migration, allgemeiner Daseinsvorsorge und langfristigem Integrationsertrag sind pauschale Kostenzahlen nicht aussagekräftig.
- [F] Anerkennung und Arbeitsmarktintegration können Engpassberufe stärken; Pflege stellte 2024 mit 32.500 Anerkennungen den größten Einzelberuf. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_321_212.html)

### 11. Indirekte Kosten und Nutzen

- [I] Verzögerte Sprachförderung, Anerkennung oder Arbeitsaufnahme erhöhen Abhängigkeit von Leistungen und verschieben Fachkräftepotenzial in die Zukunft.
- [I] Ungeplante Unterbringung in angespannten Wohnungsmärkten kann lokale Konflikte und höhere Kosten auslösen; Hauptursache der Wohnungsknappheit bleibt jedoch der im Wohndossier dokumentierte Angebotsmangel.
- [F] Ohne Zuwanderung wäre das Erwerbspersonenpotenzial bereits deutlich stärker geschrumpft; daraus folgt nicht, dass jede Form der Zuwanderung automatisch Fachkräftebedarf löst. [BA](https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-25-beschaeftigungswachstum-wird-von-auslaendischen-arbeitnehmern-getragen)
- [O] Langfristige Nettofiskalwirkungen hängen unter anderem von Alter, Qualifikation, Erwerbsverlauf, Familiengröße, Bildungsinvestitionen und Aufenthaltsdauer ab; pauschale Werte sind methodisch schwach.

### 12. Gewinner, Verlierer und Anreize

- Schutzsuchende profitieren von schneller, rechtssicherer Entscheidung und einer realistischen Integrations- oder Rückkehrperspektive.
- Arbeitgeber profitieren von verlässlichen, schnellen und fairen Verfahren; Beschäftigte profitieren von Anerkennung und Schutz vor Ausbeutung.
- Kommunen tragen kurzfristig hohe Organisationslasten, obwohl ihre Einnahmen und Planungsspielräume begrenzt sind.
- Lokale Bevölkerung profitiert langfristig von funktionierender Daseinsvorsorge für alle; Konkurrenz um knappen Wohnraum oder überlastete Schulen wird politisch sichtbar, wenn Investitionen ausbleiben.
- Kurzfristige Projektförderung kann lokale Systeme instabil machen; dauerhaftes Personal benötigt planbare Finanzierung.

### 13. Gegenargumente und Einordnung

- **„Migration löst den Fachkräftemangel.“** Nur teilweise. Qualifikation, Sprache, Anerkennung, Arbeitsmarktzugang und Bindung entscheiden.
- **„Migration ist die Hauptursache der Wohnungsnot.“** Zuzug erhöht lokal Nachfrage, aber die strukturelle Knappheit entstand durch langfristig zu geringen Bau, hohe Kosten und wenig verfügbares Bauland.
- **„Ausreisepflicht bedeutet immer sofort abschiebbar.“** Nein. Vollziehbarkeit, Duldung, Identitätsklärung, Krankheit, Gerichtsverfahren und fehlende Rücknahmebereitschaft sind rechtlich relevante Unterschiede.
- **„Hohe Einbürgerungszahlen beweisen vollständige Integration.“** Einbürgerung ist ein wichtiger rechtlicher Schritt, aber kein vollständiger Maßstab für Bildung, Sprache, Arbeit oder gesellschaftliche Teilhabe.
- **„Beschäftigung widerlegt Integrationsprobleme.“** Beschäftigung ist zentral, sagt aber allein nichts über Qualifikationsniveau, Einkommen, Wohnsituation oder Diskriminierung.
- **„Migration und Sicherheit sind dasselbe Thema.“** Nein. Sicherheitsprobleme müssen täter-, opfer- und tatbezogen behandelt werden, nicht über Kollektivmerkmale.

### 14. Datenlücken

- Keine harmonisierte bundesweite Statistik zu Bearbeitungszeiten der Ausländerbehörden.
- Begrenzte Vergleichbarkeit kommunaler Unterbringungs-, Beratungs- und Sprachkurskapazitäten.
- Arbeitsmarktstatistiken erfassen nicht alle Selbstständigen, Beamten oder informellen Qualifikationen.
- Anerkennungsstatistik erfasst formale Verfahren, nicht sämtliche beruflichen Kompetenzen.
- Der Mikrozensus zu Einwanderungsgeschichte umfasst keine Gemeinschaftsunterkünfte.
- Kausale Wirkungen von Einwanderung auf kommunale Haushalte, Wohnen oder Löhne lassen sich nicht aus einfachen Gruppenvergleichen ableiten.

### 15. Reformoptionen

1. Einheitliche digitale Antrags- und Statusverfahren bei Ausländerbehörden, mit klaren Servicefristen.
2. Frühzeitige Verbindung von Sprachkurs, Kinderbetreuung, Anerkennungsberatung und Arbeitsvermittlung.
3. Beschleunigte Anerkennung bei vollständigen Unterlagen, kombiniert mit fairen Anpassungsqualifizierungen.
4. Regionale Aufnahmeplanung nach Wohnraum, Arbeitsmarkt, Kita, Schule und medizinischer Kapazität.
5. Kommunale Finanzierung mehrjährig und bedarfsorientiert ausgestalten.
6. Asylverfahren und gerichtliche Überprüfung gleichzeitig rechtssicher und zügig organisieren.
7. Freiwillige Rückkehrberatung stärken; bei fehlendem Bleiberecht rechtsstaatliche Entscheidungen konsequent vollziehen.
8. Integrationskurse stärker nach Alphabetisierung, Berufssprache, Lernbiografie und Kinderbetreuung differenzieren.
9. Diskriminierungsschutz und betriebliche Integrationskompetenz als Teil der Fachkräftestrategie behandeln.
10. Bundesweit vergleichbares Integrationsmonitoring mit Datenschutz und ohne stigmatisierende Gruppenlogik.

### 16. Umsetzungsbarrieren

- Personalengpässe bei Behörden, Sprachkursträgern, Schulen, Kitas und Anerkennungsstellen.
- Unterschiedliche Rechts- und IT-Strukturen von Bund, Ländern und Kommunen.
- Enger Wohnungsmarkt und begrenzte öffentliche Infrastruktur.
- Schwankende internationale Krisenlagen erschweren Kapazitätsplanung.
- Beschleunigung darf Rechtsschutz, individuelle Prüfung und Datenschutz nicht verdrängen.
- Rückführungen hängen teilweise von Herkunftsstaaten und praktischen Rückkehrmöglichkeiten ab.

### 17. Forschungsstand

**Recherchiert:** Wanderungsbewegungen, Schutzstatus, Asylentscheidungen, Arbeitsmarktzulassungen, Beschäftigung, Sprachkurse, Anerkennung und Einbürgerung.

**Offen:** Vergleichbare Bearbeitungszeiten der Ausländerbehörden, kommunale Nettoausgaben, Wohn- und Unterbringungskapazitäten, Integrationsverläufe nach Region sowie Auswirkungen konkreter Reformen.

**Benötigte zusätzliche Quellen:** standardisierte Länderberichte zu Ausländerbehörden, kommunale Finanzdaten mit einheitlicher Methodik, längerfristige Verlaufsdaten zu Sprachkursen, Ausbildung und Erwerbsverläufen.

### 18. Quellen

- [Destatis: Nettozuwanderung 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_184_12411.html)
- [Destatis: Menschen mit Einwanderungsgeschichte](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_128_125.html)
- [Destatis: Ausländerstatistik 2025](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/auslaenderstatistik-stichtag.html)
- [Destatis: Schutzsuchende 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_162_125.html)
- [BAMF: Asylzahlen Dezember 2025](https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Statistik/AsylinZahlen/aktuelle-zahlen-dezember-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=4)
- [BA: Bedeutung ausländischer Beschäftigung](https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-25-beschaeftigungswachstum-wird-von-auslaendischen-arbeitnehmern-getragen)
- [BA: Arbeitsmarktpartizipation Ukraine und Asylherkunftsländer](https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Migration/Personen-nach-Staatsangehoerigkeiten/Fokus-Arbeitsmarkt/Arbeitsmarktpartizipation-von-Staatsangehoerigen-der-Asylherkunftslaender.html?nn=25122)
- [BA: Arbeitsmarktzulassungen 2025](https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-09-mehr-arbeitsmarktzulassungen-fuer-auslaendische-staatsangehoerige)
- [Destatis: Anerkennung ausländischer Abschlüsse](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_321_212.html)
- [BAMF: Integrationskursstatistik 2024](https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Statistik/Integrationskurszahlen/Bundesweit/2024-integrationskursgeschaeftsstatistik-gesamt_bund.pdf?__blob=publicationFile&v=3)
- [BAMF: Geflüchtete im Integrationskurs](https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/Kurzanalysen/kurzanalyse5-2025-ibs-gefluechtete-integrationskurs.pdf?__blob=publicationFile&v=10)
- [Destatis: Einbürgerungen 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_186_125.html)

### 19. Problemregister

- **DE-6451 – Begriffsvermischung:** [F] Einwanderungsgeschichte, Staatsangehörigkeit und Schutzstatus sind verschieden. P1: getrennte Berichterstattung.
- **DE-6452 – Fehlende Gesamtsteuerung:** [I] Zuzug, Wohnen, Schule und Arbeit werden zu selten gemeinsam geplant. P1: regionale Kapazitätsplanung.
- **DE-6453 – Schwankende Nettozuwanderung:** [F] 2025: 235.000, deutlich niedriger als 2024. P2: rollierende Szenarien statt Jahresfixierung.
- **DE-6454 – Unterschiedliche Migrationswege:** [F] EU-, Erwerbs-, Familien- und Fluchtmigration folgen unterschiedlichem Recht. P1: klare Verfahren je Weg.
- **DE-6455 – Asylverfahrensbestand:** [F] 361.000 Schutzsuchende mit offenem Status Ende 2025. P1: rechtssichere Beschleunigung.
- **DE-6456 – Asylentscheidungen:** [F] 310.930 Entscheidungen 2025. P1: Qualitätssicherung und Priorisierung alter Fälle.
- **DE-6457 – Verfahrensdauer:** [O] Vollständig aktuelle, vergleichbare Gesamtzeiten fehlen im Dossier. P1: transparente Zeitreihen.
- **DE-6458 – Gerichtsverfahren:** [I] Rechtsschutz ist unverzichtbar, Verzögerungen können Perspektiven blockieren. P1: spezialisierte Kapazitäten.
- **DE-6459 – Duldung:** [F] 140.000 abgelehnte Schutzsuchende hatten Ende 2025 eine Duldung. P1: klare, individuelle Perspektivprüfung.
- **DE-6460 – Rückführung:** [I] Vollzug scheitert teils an Recht, Identität oder Rücknahme. P1: freiwillige Rückkehr plus rechtsstaatlicher Vollzug.

- **DE-6461 – Kommunale Aufnahme:** [I] Belastung hängt an realen Kapazitäten, nicht nur Kopfzahlen. P1: bedarfsorientierte Finanzierung.
- **DE-6462 – Unterbringung:** [I] Notunterkunft darf nicht zur Dauerlösung werden. P1: Übergang in reguläres Wohnen.
- **DE-6463 – Wohnraummangel:** [I] Verstärkt Integrationsprobleme, ist aber primär ein Wohnthema. P1: Verlinkung zum Wohndossier.
- **DE-6464 – Ausländerbehörden:** [O] Bundesweit vergleichbare Durchlaufzeiten fehlen. P1: einheitliche Kennzahlen.
- **DE-6465 – Digitale Verfahren:** [I] Medienbrüche schaffen Verzögerungen und Fehlerrisiken. P1: gemeinsame Standards.
- **DE-6466 – Visa:** [I] Einreiseverfahren beeinflussen Fachkräftegewinnung. P1: Kapazität und Digitalisierung.
- **DE-6467 – Arbeitsmarktzulassung:** [F] 521.000 Zulassungen 2025. P2: vollständige Anträge erleichtern schnelle Bearbeitung.
- **DE-6468 – Anerkennung:** [F] Rund 95.500 Verfahren 2024. P1: Beratung und Teilanerkennung ausbauen.
- **DE-6469 – Regulierte Berufe:** [F] Pflege ist größter Anerkennungsbereich. P1: Brückenqualifikationen.
- **DE-6470 – Qualifikationsnutzung:** [I] Anerkennung allein garantiert keine passende Beschäftigung. P1: Matching und Nachqualifizierung.

- **DE-6471 – Sprachkurszu
… (Ansicht gekürzt; der gespeicherte Text ist vollständig)