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Auslandsfinanzierung – ODA, EU, NGOs, Klima, Garantien und Ukraine

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## Dossier: Auslandsfinanzierung – ODA, EU, NGOs, Klima, Garantien und Ukraine

### 1. Kernbefund

Eine seriöse „Gesamtsumme deutscher Auslandszahlungen“ existiert nicht. Die regelmäßig genannten Milliardenbeträge messen unterschiedliche Dinge:

- tatsächliche Haushaltsausgaben,
- rechnerisch angerechnete Inlandskosten,
- Zuschusswerte von Krediten,
- rückzahlbare Darlehen,
- private mobilisierte Investitionen,
- Garantierahmen und Eventualverbindlichkeiten,
- Sachleistungen,
- bereits geleistete sowie erst für spätere Jahre eingeplante Mittel.

Diese Größen dürfen nicht addiert werden.

Die wichtigsten Befunde:

- Deutschlands ODA sank von 0,82 % des Bruttonationaleinkommens 2023 über 0,68 % 2024 auf vorläufig 0,56 % 2025. Für 2025 nennt die OECD 29,1 Mrd. US-Dollar und einen realen Rückgang um 17,4 %. Die Detaildaten erscheinen erst im Dezember 2026; selbst Deutschlands vorläufiger erster Rang nach Volumen kann sich noch ändern. [OECD-Länderprofil](https://www.oecd.org/en/publications/development-co-operation-profiles_04b376d7-en/germany_460a37b1-en.html), [OECD-Vorabbericht 2025](https://one.oecd.org/document/DCD(2026)8/en/pdf)
- 2024 waren 6,3 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 21,6 % der bilateralen ODA Kosten für Flüchtlinge im Geberland. Das sind reale öffentliche Kosten, aber keine Überweisung in ein Entwicklungsland.
- Von den über 43,3 Mrd. € ausgewiesener ziviler Ukraine-Unterstützung seit Februar 2022 entfielen 27,45 Mrd. € auf Sozialleistungen für Geflüchtete in Deutschland. Weitere 8,26 Mrd. € des Finanzministeriums betreffen überwiegend die Unterstützung von Ländern und Kommunen bei Unterbringung und Versorgung. Rund vier Fünftel der zivilen Schlagzeilensumme liegen damit in zwei Ressorts, deren Leistungen überwiegend beziehungsweise vollständig in Deutschland anfallen. [Bundesregierung, Stand 30. Juni 2026](https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975228/2423058/53aac3e54d1a8688bcf9ff704fd2770d/2026-04-24-ukraine-unterstuetzung-data.pdf?download=1)
- Die 57,6 Mrd. € militärischer Ukraine-Unterstützung bedeuten ebenfalls nicht 57,6 Mrd. € ausgezahltes Geld: Enthalten sind zukünftige Haushaltsmittel, der bewertete Abgang von Bundeswehrmaterial und kalkulatorische Ausbildungskosten.
- Die deutsche Klimafinanzierung von 11,8 Mrd. € im Jahr 2024 bestand nur zu 6,1 Mrd. € aus Haushaltsmitteln einschließlich Zuschussäquivalenten. Hinzu kamen 4,6 Mrd. € rückzahlbare KfW-/DEG-Marktmittel und mehr als eine Milliarde Euro mobilisiertes Privatkapital. Sie ist zu wesentlichen Teilen bereits in ODA- und Entwicklungsfinanzierungszahlen enthalten. [BMZ](https://www.bmz.de/de/aktuelles/aktuelle-meldungen/internationale-klimafinanzierung-2024-269418)
- Garantien sind zunächst Risiken, keine Ausgaben. 2025 übernahm der Bund neue Exportkreditgarantien über 13,3 Mrd. €; das maximale theoretische Entschädigungsrisiko des laufenden Bestands betrug 79,1 Mrd. €. Daraus folgt nicht, dass dieser Betrag wahrscheinlich fällig wird. [Exportkreditgarantien 2025](https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Aussenwirtschaft/exportkreditgarantien-jahresbericht-2025.pdf?__blob=publicationFile&v=1)

### 2. Abgrenzung der Größen

| Größe | Was sie tatsächlich misst | Was sie nicht misst |
|---|---|---|
| ODA | OECD-standardisierte öffentliche Entwicklungsleistung, seit 2018 überwiegend auf Zuschussäquivalentbasis | ausschließliches BMZ-Budget oder ausschließlich Geldabfluss ins Ausland |
| BMZ-Etat | Haushaltsausgaben des Einzelplans 23 | gesamte deutsche ODA |
| EU-Beitrag | Zahlungen beziehungsweise Eigenmittel für den gesamten EU-Haushalt | nur Entwicklungshilfe |
| EU-Ausgaben in Deutschland | territorial zurechenbare EU-Ausgaben | gesamten ökonomischen Nutzen der EU-Mitgliedschaft |
| NGO-Eigenmittel | freiwillig gemeldete Spenden und Mitgliedsbeiträge | staatliche Entwicklungsausgaben |
| Klimafinanzierung | Haushaltsmittel, Zuschusswerte, Marktmittel und mobilisiertes Privatkapital | einheitliche staatliche Barausgabe |
| Garantie | staatliche Risikoübernahme | sofortige Zahlung |
| Ukraine-Zivilsumme | Leistungen für Ukraine und Menschen aus der Ukraine | ausschließlich Transfers in die Ukraine |
| Ukraine-Militärsumme | Lieferungen, Beschaffungen, Ausbildung und Zukunftsansätze | ausschließlich bereits ausgezahlte Haushaltsmittel |

### 3. Die zentralen Teilprobleme

1. ODA wird häufig fälschlich mit dem BMZ-Haushalt gleichgesetzt.
2. Kosten in Deutschland werden sprachlich als „Hilfe für das Ausland“ wahrgenommen.
3. Zuschussäquivalente werden mit Kreditnennwerten oder Barausgaben verwechselt.
4. EU-Beiträge und über die EU geleistete Entwicklungshilfe werden doppelt gezählt.
5. Deutscher EU-Anteil und gesamte EU-Hilfe an die Ukraine werden miteinander verwechselt.
6. Verpflichtungen, Zusagen und spätere Haushaltsansätze erscheinen neben bereits geleisteten Zahlungen.
7. Garantien werden wie sichere Ausgaben behandelt.
8. Klimafinanzierung wird zusätzlich zur ODA addiert, obwohl erhebliche Überschneidungen bestehen.
9. Staatliche NGO-Förderung wird mit privaten NGO-Eigenmitteln vermischt.
10. Ausgaben über deutsche NGOs werden als unmittelbare Förderung lokaler Organisationen dargestellt.
11. Ein großer Teil der bilateralen ODA ist keinem Empfängerland zugeordnet.
12. Der Anteil frei programmierbarer Länderhilfe ist deutlich kleiner als die ODA-Gesamtsumme.
13. Die ärmsten Länder erhalten gemessen am deutschen BNE weniger als das internationale Ziel.
14. Sämtliche zehn größten Empfängerländer 2024 waren Länder mittleren Einkommens.
15. Zuständigkeiten sind auf BMZ, Auswärtiges Amt, weitere Ministerien, Länder, Kommunen, KfW, GIZ und multilaterale Institutionen verteilt.
16. Wirkung, Auszahlung, Verwaltungskosten und Rückflüsse sind öffentlich nicht in einer einzigen Rechnung verknüpft.
17. Partnerländer können deutsche Mittel mittelfristig nur eingeschränkt vorausplanen.
18. Politische Ziele – Armut, Klima, Sicherheit, Migration, Außenwirtschaft – konkurrieren innerhalb derselben Programme.
19. Die Kommunikation betont regelmäßig maximale Gesamtsummen, während die zugrunde liegenden Finanzierungsarten erst im Kleingedruckten erscheinen.
20. Es gibt keinen Beleg für eine pauschale Zweckentfremdung oder Unwirksamkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit; kritisierbar sind vor allem Abgrenzung, Schwerpunktsetzung, Koordination und Nachweisbarkeit.

### 4. Zentrale Kennzahlen

#### ODA und BMZ

- 2024: 32,83 Mrd. US-Dollar ODA und 0,68 % des BNE. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/wirtschaft-finanzen/Entwicklungsleistungen.html)
- 2025 vorläufig: 29,1 Mrd. US-Dollar, 0,56 %, real −17,4 %.
- 2024: 83,2 % Zuschüsse, 16,3 % Kredite, 0,5 % Beteiligungen.
- 2024: 29 Mrd. US-Dollar bilaterale Brutto-ODA.
- Davon frei länderprogrammierbar: 12,8 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 44,2 %.
- Flüchtlingskosten in Deutschland: 6,3 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 21,6 %.
- Humanitäre Hilfe: 1,8 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 6,2 %.
- Nicht nach Empfängerland zugeordnet: 51,6 %.
- Für die am wenigsten entwickelten Länder: 2,3 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 7,8 % der bilateralen ODA; nur 0,09 % des deutschen BNE statt des Zielkorridors von 0,15–0,20 %.
- BMZ-Haushalt 2026: 10,056 Mrd. € Soll; 2025: 10,307 Mrd. € Soll; 2024: 11,153 Mrd. € Ist. Der Vergleich ist nominal und mischt Soll- mit Istwerten. [Bundeshaushalt 2026](https://www.bundeshaushalt.de/static/daten/2026/soll/epl23.pdf)

Für 2023 zeigt die Mittelherkunft besonders deutlich, warum ODA und BMZ-Etat nicht identisch sind: Von insgesamt 35,052 Mrd. € entfielen unter anderem 13,036 Mrd. € auf das BMZ, 4,842 Mrd. € auf das Auswärtige Amt, 4,063 Mrd. € auf den rechnerisch zurechenbaren EU-Haushaltsanteil, 2,041 Mrd. € auf die Länder und 6,738 Mrd. € auf KfW-Marktmittel. [Destatis-Mittelherkunft](https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentliche-Finanzen/Entwicklungszusammenarbeit/Tabellen/mittelherkunft-der-deutschen-oda-2023.html)

#### EU-Haushalt 2024

Die Kommissionsdaten weisen für Deutschland aus:

- nationale Beiträge: 27,393 Mrd. €,
- sämtliche Eigenmittel einschließlich Zölle: 31,381 Mrd. €,
- regulär Deutschland zurechenbare Ausgaben: 12,620 Mrd. €,
- separat ausgewiesene NextGenerationEU-Ausgaben in Deutschland: 15,222 Mrd. €.

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Die einfache Differenz aus nationalen Beiträgen und regulär zurechenbaren Ausgaben beträgt damit 14,77 Mrd. €. Das ist jedoch keine vollständige ökonomische EU-Bilanz. NGEU ist schuldenfinanziert und wird später über den EU-Haushalt zurückgezahlt; eine heutige Auszahlung ohne zukünftige Finanzierungslast einzurechnen wäre asymmetrisch. Zudem sind Binnenmarkt, grenzüberschreitende Infrastruktur und europäische öffentliche Güter territorial nicht angemessen zurechenbar. Darauf weist die [EU-Kommission selbst](https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/eu-budget/long-term-eu-budget/2021-2027/spending-and-revenue_en) hin.

#### Ukraine

Stand 30. Juni 2026:

- zivile bilaterale Unterstützung: über 43,3 Mrd. €,
- militärische Unterstützung: rund 57,6 Mrd. € geleistet oder für Folgejahre bereitgestellt,
- davon BMAS: 27,45 Mrd. € für Geflüchtete in Deutschland,
- BMF: 8,26 Mrd. €, überwiegend Entlastung von Ländern und Kommunen,
- Auswärtiges Amt: 3,27 Mrd. €,
- BMZ: 2,36 Mrd. €,
- Innenministerium: 1,48 Mrd. €,
- zivile Gesamtsumme einschließlich ungefähr 1,3 Mrd. € Garantien und Bürgschaften.

Nicht enthalten sind deutsche Anteile an EU, Europarat oder OSZE, Ausgaben von Ländern und Kommunen sowie private Hilfen. Gerade deshalb dürfen diese Beträge nicht anschließend unbereinigt hinzugerechnet werden.

#### NGOs und Zivilgesellschaft

- Deutsche und internationale zivilgesellschaftliche Organisationen erhielten 2024 rund 2 Mrd. US-Dollar aus der bilateralen ODA.
- Nur 2,7 % davon gingen unmittelbar an Organisationen mit Sitz in Entwicklungsländern.
- 1,7 % der bilateralen ODA waren institutionelle Kernförderung von NGOs; 5,2 % wurden für vom Geber bestimmte Projekte durch NGOs geleitet.
- Freiwillig gemeldete private NGO-Eigenmittel betrugen 2024 rund 1,319 Mrd. €. Diese stammen aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen und sind keine Staatsausgaben. Die Meldung ist freiwillig und deshalb nicht vollständig. [Destatis](https://www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Oeffentliche-Finanzen/Entwicklungszusammenarbeit/Tabellen/fuenfjahrestabelle-nro-uebersicht-kontinente.html)

#### Garantien

- Neue Exportkreditgarantien 2025: 13,3 Mrd. €.
- Neue Investitionsgarantien: 1,2 Mrd. €.
- Theoretisches maximales Entschädigungsrisiko aus laufenden Exportdeckungen: 79,1 Mrd. €.
- Neue Ukraine-Exportdeckungen 2025: 740 Mio. €.
- 2024 betrugen tatsächliche Entschädigungszahlungen 1,22 Mrd. €; die Exportkreditgarantien schlossen mit einem Defizit von 523,7 Mio. €. [Jahresbericht 2024](https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Aussenwirtschaft/exportkreditgarantien-jahresbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=8)

### 5. Zeitliche Entwicklung

- Seit 2018 wird die ODA-Hauptkennzahl auf Zuschussäquivalentbasis berechnet. Die neue Reihe ist nicht ohne Weiteres mit früheren Nettozahlungsreihen vergleichbar.
- 2020–2023 lag Deutschland jeweils über 0,7 % des BNE.
- Ab 2022 erhöhten Ukraine-Unterstützung und anrechenbare Flüchtlingskosten die ODA erheblich.
- 2024 sank die Quote auf 0,68 %.
- 2025 sank sie vorläufig weiter auf 0,56 %; betroffen waren auch humanitäre Hilfe und Kernprogramme.
- 2026 liegt der BMZ-Etat nominal 251 Mio. € unter dem Soll 2025 und knapp 1,1 Mrd. € unter dem Ist 2024.
- Die BMZ-Reform 2026 sieht mehr Zuschüsse für ärmste Länder und stärker kreditbasierte Zusammenarbeit mit Schwellenländern vor.

### 6. Regionale Verteilung

2024 wurden bilateral zugeordnet:

- Afrika: 5,5 Mrd. US-Dollar,
- Asien ohne Nahost: 4,3 Mrd. US-Dollar,
- Lateinamerika und Karibik: 2,6 Mrd. US-Dollar.

Diese Zahlen dürfen nicht mit der Gesamt-ODA verglichen werden, ohne den hohen unzugeordneten Anteil zu berücksichtigen. Sämtliche zehn größten Empfänger waren Länder mittleren Einkommens. Das kann wegen Ukraine, Klima, regionaler Stabilität und Hebelwirkung sachlich begründbar sein, steht aber in Spannung zum Armuts- und LDC-Ziel.

### 7. Internationaler Vergleich

Deutschland war 2024 nach absolutem ODA-Volumen Zweiter. Für 2025 weist die OECD Deutschland vorläufig als größten DAC-Geber aus – allerdings nur 135 Mio. US-Dollar vor den USA. Eine Revision kann die Rangfolge verändern.

Nach ODA-Quote lag Deutschland 2025 mit 0,56 % deutlich hinter Norwegen, Luxemburg, Schweden und Dänemark. Der absolute Rang sagt daher wenig über die Belastung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung aus.

### 8. Ursachen

- Flüchtlingskosten werden nach den DAC-Regeln teilweise als ODA anerkannt.
- Mehrere Politikziele werden über denselben Finanzierungskanal verfolgt.
- Kredite und Garantien sollen mit begrenztem Haushaltsmitteleinsatz größere Volumina mobilisieren.
- EU- und multilaterale Programme verteilen Verantwortung auf mehrere Ebenen.
- Haushaltskürzungen führen zu sinkender humanitärer und programmierbarer Hilfe.
- Die öffentliche Kommunikation bevorzugt aggregierte Summen, weil sie politische Handlungsfähigkeit vermitteln.
- Unterschiedliche Berichtsjahre, Währungen und Messmethoden erschweren den Vergleich.

### 9. Verantwortung

- Bundestag und Haushaltsausschuss: Bewilligung und Kontrolle der Haushaltsmittel.
- BMZ: Koordination der ODA und Steuerung des größten klassischen Entwicklungsbudgets.
- Auswärtiges Amt: humanitäre Hilfe, Stabilisierung und Krisenprävention.
- BMVg: militärische Ukraine-Unterstützung.
- BMF und BMAS: große Teile der in Deutschland anfallenden Ukraine- und Flüchtlingskosten.
- Länder und Kommunen: Unterbringung, Bildung und weitere Leistungen.
- KfW und DEG: Kredite, Beteiligungen und mobilisierte Marktmittel.
- GIZ und andere Träger: technische Umsetzung.
- EU-Kommission und Mitgliedstaaten: EU-Haushalt, NGEU und EU-Finanzhilfen.
- OECD-DAC: statistische Definition der ODA.
- NGOs: Umsetzung staatlich finanzierter Projekte sowie Verwendung eigener Spendengelder.
- Partnerländer: Zielsetzung, Mitwirkung, Haushaltsintegration und Kontrolle vor Ort.

### 10. Politische Wendepunkte

- Einführung der Zuschussäquivalentmethode ab 2018.
- Überschreiten des 0,7-%-Ziels ab 2020.
- NGEU und gemeinsame EU-Verschuldung ab 2021.
- Russische Vollinvasion und Aufnahme ukrainischer Geflüchteter ab 2022.
- Rückgang der ODA ab 2024.
- Stärkere Nutzung von Garantien, Hebelung und privatwirtschaftlichen Instrumenten.
- BMZ-Neuausrichtung 2026 auf ärmste Länder, strategische Partnerschaften und Kredite für Schwellenländer.

### 11. Direkte Kosten

Eine belastbare Gesamtsumme lässt sich nicht bilden. Direkte Belastungen sind getrennt auszuweisen:

- tatsächliche Ausgaben aus Bundes-, Länder- und Kommunalhaushalten,
- EU-Eigenmittelzahlungen,
- ausgezahlte Zuschüsse,
- tatsächliche Entschädigungszahlungen aus Garantien,
- Beschaffung neuer Militärgüter,
- Kosten der Unterbringung und sozialen Sicherung in Deutschland.

Nicht als direkte Kosten anzusetzen sind vollständige Kreditnennwerte, mobilisiertes Privatkapital, noch nicht fällige Garantien und lediglich für Folgejahre vorgesehene Beträge.

### 12. Indirekte Kosten und Risiken

- Zukünftige Inanspruchnahme von Garantien.
- Zins- und Rückzahlungslasten gemeinsamer EU-Schulden.
- Verwaltungs- und Koordinationskosten vieler Programme und Träger.
- Opportunitätskosten gegenüber inländischen Aufgaben.
- Abhängigkeit von instabilen Partnerstaaten und Wechselkursen.
- Reputationsschäden bei schlecht kommunizierten oder gescheiterten Projekten.
- Kürzungen langfristiger Programme durch kurzfristige Krisenfinanzierung.

Dagegen stehen mögliche indirekte Vorteile: geringere Krisen- und Fluchtfolgekosten, stabilere Handelspartner, Klimaschutz, Gesundheitsvorsorge, Sicherheitsgewinne und zusätzliche Exportmöglichkeiten. Ihre genaue monetäre Höhe ist regelmäßig nicht belastbar.

### 13. Gewinner, Verlierer und Anreize

Gewinner können Partnerbevölkerungen, Geflüchtete, deutsche Exporteure, Beratungs- und Durchführungsorganisationen, internationale Institutionen sowie klimafreundliche Unternehmen sein.

Verlierer können besonders arme Länder sein, wenn Mittel zugunsten geopolitisch wichtiger Schwellenländer oder anrechenbarer Inlandskosten verdrängt werden. Steuerzahler tragen Haushalts- und Garantierisiken; private Unternehmen erhalten zugleich Risikoabsicherung.

Institutionelle Anreize bestehen darin, möglichst große mobilisierte Gesamtvolumina auszuweisen, Inlandskosten ODA-konform anzurechnen und Zusagen politisch frühzeitig zu kommunizieren. Daraus folgt nicht automatisch Manipulation, wohl aber ein strukturelles Risiko missverständlicher Darstellung.

### 14. Gegenargumente

- Inlandskosten für Geflüchtete sind reale Kosten und nach OECD-Regeln anrechenbar.
- Kredite können höhere Investitionen ermöglichen und teilweise zurückfließen.
- Garantien sind oft kostengünstiger als direkte Subventionen.
- Kooperation mit Schwellenländern kann beim Klima wesentlich größere Wirkungen entfalten als kleine Projekte in armen Staaten.
- Die EU-Mitgliedschaft lässt sich nicht auf einen nationalen Kassenüberschuss oder ein Defizit reduzieren.
- Militärische Sachleistungen haben einen realen wirtschaftlichen Wert, auch wenn kein Geld überwiesen wird.
- Deutschland bleibt selbst nach den Kürzungen einer der größten Geber.
- Entwicklungszusammenarbeit kann Sicherheits-, Klima-, Gesundheits- und Handelsinteressen Deutschlands dienen.

Diese Gegenargumente sind substanziell. Sie beseitigen jedoch nicht die Notwendigkeit einer transparenten Trennung der Finanzierungsarten.

### 15. Daten- und Wissenslücken

- Vollständige ODA-Detaildaten für 2025 erscheinen erst im Dezember 2026.
- Für die 57,6 Mrd. € militärischer Hilfe fehlt eine veröffentlichte Gesamttabelle, die Auszahlungen, Bestandsmaterial, Ausbildung und zukünftige Ansätze vollständig trennt.
- Der genaue direkte Auslandsanteil der zivilen Ukraine-Summe ist nicht separat ausgewiesen.
- Der Projekt-für-Projekt-Überlappungsanteil von ODA und Klimafinanzierung ist öffentlich nicht als konsolidierte Zahl verfügbar.
- Private NGO-Daten beruhen auf freiwilligen Meldungen.
- EU-Ausgaben lassen sich territorial nur unvollkommen zuordnen.
- Projektwirkungen sind nicht flächendeckend mit späteren tatsächlichen Kosten, Rückflüssen und Alternativen verknüpft.
- Die OECD bewertet Deutschlands IATI-Veröffentlichung weiterhin mit „Verbesserung erforderlich“; auch die mittelfristige Vorhersehbarkeit sank von 60,7 % auf 46,4 %. [OECD-Wirksamkeitsdaten](https://www.oecd.org/en/publications/development-co-operation-profiles_04b376d7-en/germany_460a37b1-en.html)

### 16. Reformoptionen

1. Jährliche konsolidierte Auslandsfinanzierungsrechnung des Bundes.
2. Fünf getrennte Spalten: Auszahlung, Verpflichtung, Kreditnennwert, Zuschussäquivalent, Garantie.
3. Inlandskosten stets separat von tatsächlichen Auslandszahlungen ausweisen.
4. Ukraine-Hilfe nach bereits geliefert, bestellt, haushalterisch gebunden und lediglich politisch angekündigt aufteilen.
5. EU-, bilaterale und multilaterale Anteile mit eindeutigen Doppelzählungskennzeichen versehen.
6. Klimafinanzierung projektbezogen mit ODA verknüpfen.
7. Rückzahlungen, Zinsen und Garantieentschädigungen über die gesamte Laufzeit berichten.
8. Größere Schwerpunktsetzung auf ärmste und fragile L
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