Dossier 6

Wohnen, Wohnungsbau, Mieten und Wohnungslosigkeit

Stand: August 2026

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# Dossier 6: Wohnen, Wohnungsbau, Mieten und Wohnungslosigkeit

Stand: August 2026

## 1. Kernaussage

Deutschland hat nicht überall zu wenige Wohnungen. Es hat zu wenige passende, bezahlbare und zugängliche Wohnungen an den Orten mit hoher Nachfrage.

Ende 2025 gab es rund 44 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig fiel die Zahl der Fertigstellungen auf 206.600 – den niedrigsten Stand seit 2012. Dem standen zuletzt 760.700 genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen gegenüber. Ein beträchtlicher Teil des Problems liegt daher nicht nur im fehlenden Baurecht, sondern darin, dass genehmigte Projekte wegen Kosten, Finanzierung oder organisatorischer Probleme nicht gebaut werden.

Hinzu kommen:

- hohe Belastungen von Mietern mit niedrigen Einkommen,
- ein weiter schrumpfender Sozialwohnungsbestand,
- geringe und sozial ungleiche Chancen auf Wohneigentum,
- Leerstände in schrumpfenden Regionen bei gleichzeitiger Knappheit in Groß- und Universitätsstädten,
- ein Mangel an barrierearmen Wohnungen,
- mehr als 450.000 amtlich erfasste untergebrachte Wohnungslose,
- steigende staatliche Ausgaben, die Wohnkosten kompensieren, ohne das Angebot entsprechend auszuweiten.

Eine reine Mietpreis-, Förder- oder Neubaupolitik reicht jeweils allein nicht aus. Erforderlich ist eine Kombination aus zusätzlichem Angebot in Engpassregionen, besserer Nutzung des Bestands, sozialer Absicherung und niedrigeren Bau- und Verfahrenskosten.

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## 2. Definition und Abgrenzung

- **Wohnungsbestand:** Alle statistisch erfassten Wohnungen, unabhängig davon, ob sie bewohnt, marktverfügbar, sanierungsbedürftig oder regional nachgefragt sind.
- **Baufertigstellungen:** Wohnungen, deren Bau im Berichtsjahr abgeschlossen wurde. Sie sind nicht mit begonnenen, genehmigten oder geförderten Wohnungen gleichzusetzen.
- **Baugenehmigungen:** Rechtlich genehmigte Wohnungen. Eine Genehmigung garantiert weder Finanzierung noch Baubeginn oder Fertigstellung.
- **Bauüberhang:** Genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen.
- **Bestandsmiete:** Tatsächlich gezahlte Miete in bestehenden Verträgen.
- **Angebotsmiete:** In Inseraten verlangte Miete bei Neuvermietung. Sie liegt in Engpassmärkten häufig deutlich über der durchschnittlichen Bestandsmiete.
- **Mietbelastungsquote:** Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen.
- **Wohnkostenüberbelastung:** Mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens werden nach Abzug wohnungsbezogener Transfers für Miete beziehungsweise Eigentumskosten, Nebenkosten, Energie und weitere Wohnkosten aufgewendet.
- **Sozialwohnung:** Wohnung mit zeitlich begrenzter Miet- oder Belegungsbindung aufgrund öffentlicher Förderung. Nach Ablauf der Bindung bleibt die Wohnung bestehen, verliert aber ihren Sozialwohnungsstatus.
- **Eigentumsquote:** Je nach Statistik entweder Anteil der Eigentümerhaushalte, der Personen im Wohneigentum oder der selbstgenutzten Wohnungen. Diese Quoten sind nicht austauschbar.
- **Wohnungslos:** Person besitzt keinen mietvertraglich oder durch Eigentum abgesicherten Wohnraum.
- **Obdachlos:** Engere Teilgruppe wohnungsloser Menschen, die auf der Straße oder in Behelfsunterkünften lebt.
- **Leerstand:** Nicht bewohnte Wohnung. Nicht jeder Leerstand ist kurzfristig beziehbar oder befindet sich an einem nachgefragten Ort.

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## 3. Konkrete Teilprobleme

### 3.1 Einbruch der Wohnungsfertigstellungen

2025 wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent beziehungsweise 45.400 weniger als 2024. Bereits 2024 waren die Fertigstellungen um 14,4 Prozent gefallen.

Die Entwicklung:

- 2009: 159.000 Wohnungen,
- 2020: 306.400,
- 2021–2023: jeweils ungefähr 294.000,
- 2024: 251.900,
- 2025: 206.600.

Vom früheren politischen Ziel von 400.000 Wohnungen jährlich wurden 2025 nur 51,7 Prozent erreicht. Die rechnerische Lücke zum Ziel betrug 193.400 Wohnungen. Das Ziel war allerdings eine politische Setzung und keine räumlich differenzierte Bedarfsprognose. [Destatis: Baufertigstellungen 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_174_31121.html)

### 3.2 Großer Bauüberhang und mehr erloschene Genehmigungen

Ende 2025 waren 760.700 genehmigte Wohnungen noch nicht fertiggestellt. Nur 307.200 befanden sich bereits im Bau. Im selben Jahr erloschen 35.700 Genehmigungen – der höchste Wert seit 2002.

Die durchschnittliche Zeit zwischen Genehmigung und Fertigstellung eines neuen Wohngebäudes stieg von 20 Monaten 2020 auf 27 Monate 2025.

Das belegt keinen ausschließlich staatlich verursachten Genehmigungsstau: Nach Erteilung der Genehmigung können Finanzierung, Baukosten, Grundstücksfragen, Unternehmensprobleme oder veränderte Absatzchancen den Bau stoppen. Der hohe Überhang zeigt aber, dass mehr Genehmigungen allein die Neubaukrise nicht lösen.

### 3.3 Hohe Bau- und Finanzierungskosten

Der Preisindex für den Neubau konventioneller Wohngebäude lag im vierten Quartal 2025 bei 135 Punkten, gemessen an 2021 = 100. Bauen war damit ungefähr 35 Prozent teurer als 2021; gegenüber dem Vorjahresquartal betrug der Anstieg 3,2 Prozent. Im Mai 2026 lagen die Wohnungsbaupreise nochmals fünf Prozent über Mai 2025. [Destatis: Baupreisindizes](https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Konjunkturindikatoren/Preise/bpr110.html)

Gleichzeitig stiegen die Zinsen für Wohnungsbaukredite gegenüber der Niedrigzinsphase erheblich. Langfristig gebundene Kredite bewegten sich 2025 häufig im Bereich von drei bis vier Prozent. Ein Projekt, das bei einem Prozent Zins tragfähig war, kann bei gleichen Baukosten unter diesen Bedingungen unwirtschaftlich werden. [Bundesbank: Wohnungsbaukreditzinsen](https://www.bundesbank.de/de/statistiken/indikatorensaetze/indikatorensystem-wohnimmobilienmarkt/zinssaetze-fuer-wohnungsbaukredite-an-private-haushalte-in-deutschland-615312)

Die Zinspolitik liegt wesentlich bei der Europäischen Zentralbank und darf nicht einfach der Bundesregierung zugerechnet werden. Bund, Länder und Kommunen beeinflussen dagegen Steuern, Förderung, Grundstückskosten, Standards und Verfahren.

### 3.4 Komplexe Planungs-, Bauordnungs- und Vertragsstandards

Bauplanungsrecht ist Bundesrecht, die Bauordnungen sind Ländersache, die kommunale Bauleitplanung liegt bei Städten und Gemeinden. Hinzu kommen Fachrecht, Normen, Brandschutz, Schallschutz, Stellplatzvorgaben, Energieanforderungen und zivilrechtliche Erwartungen an die „anerkannten Regeln der Technik“.

Viele Anforderungen erfüllen legitime Sicherheits-, Klima-, Gesundheits- oder Barrierefreiheitsziele. Ihre kumulierte Wirkung kann Projekte aber verteuern, verzögern oder rechtlich riskant machen.

Der seit Oktober 2025 geltende „Bau-Turbo“ ermöglicht Kommunen unter bestimmten Voraussetzungen Abweichungen vom Bauplanungsrecht. Bauordnungsrecht und sonstige Fachprüfungen bleiben bestehen. Seine tatsächliche Wirkung auf Fertigstellungen ist noch nicht belastbar messbar. [BMWSB: Gesetz zum Bau-Turbo](https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/gesetzgebungsverfahren/DE/ge-bauturbo/bauturbo.html)

### 3.5 Hohe Wohnkostenbelastung

2025 lebten 11,2 Prozent der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aufwenden mussten. Der EU-Durchschnitt lag bei 7,7 Prozent. Bei der armutsgefährdeten Bevölkerung betrug der Anteil in Deutschland 35 Prozent. [Destatis: Wohnkostenüberbelastung 2025](https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Bevoelkerung-Arbeit-Soziales/Soziales-Lebensbedingungen/Wohnkosten.html)

Für Mieterhaushalte ergab der Mikrozensus 2022:

- durchschnittliche Mietbelastung: 27,8 Prozent,
- 3,1 Millionen Haushalte mit mindestens 40 Prozent Mietbelastung,
- davon 1,5 Millionen mit mindestens 50 Prozent,
- durchschnittliche Belastung von Einpersonenhaushalten: 32,7 Prozent.

Neu eingezogene Haushalte zahlten relativ mehr als langjährige Mieter. [Destatis: Mietbelastung 2022](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/03/PD23_129_12_63.html)

Entlastender Befund: Die durchschnittliche Nettokaltmiete im Verbraucherpreisindex stieg 2025 um 2,1 Prozent und damit etwas langsamer als die allgemeine Inflation. Das schließt starke Steigerungen bei Neuvermietungen in einzelnen Städten nicht aus, zeigt aber, dass nicht alle Bestandsmieter dieselbe Dynamik erleben. [Destatis: Verbraucherpreise 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_019_611.html)

### 3.6 Weiter schrumpfender Sozialwohnungsbestand

Ende 2024 gab es rund 1,05 Millionen gebundene Sozialmietwohnungen. Das waren rund 20.600 weniger als ein Jahr zuvor. Anfang der 1990er-Jahre waren es noch mehr als drei Millionen.

2024 wurden 61.934 Wohneinheiten für den sozialen Wohnungsbau gefördert. „Gefördert“ bedeutet nicht, dass diese Wohnungen im selben Jahr fertiggestellt wurden. Gleichzeitig liefen bei älteren Wohnungen Bindungen aus. [BMWSB: Förderergebnisse Sozialer Wohnungsbau 2024](https://www.bmwsb.bund.de/DE/wohnen/foerderprogramme-bmwsb/foerderprogramme-wohnen/sozialer-wohnungsbau/kernergebnisse-swb-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=2)

Die Konstruktion zeitlich begrenzter Bindungen erzeugt einen dauerhaften Erhaltungsbedarf: Der Staat muss neue Bindungen mindestens so schnell schaffen, wie alte auslaufen, bevor der Bestand überhaupt wächst.

### 3.7 Geringe und sozial ungleiche Wohneigentumsbildung

Nach dem Mikrozensus lebten 2022 nur 41,9 Prozent der Haushalte in selbstgenutztem Eigentum. Die Quote reichte von 15,9 Prozent in Berlin und 20,3 Prozent in Hamburg bis 59,7 Prozent im Saarland. [Destatis: Eigentumsquote](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Wohnen/Tabellen/tabelle-eigentumsquote.html)

Auf Personenebene lebten 2024 rund 47 Prozent im Eigentum; Deutschland war damit das einzige EU-Land, in dem Mieten verbreiteter war als Eigentum. Im EU-Durchschnitt wohnten 68 Prozent im Eigentum. [Eurostat: Housing in Europe 2025](https://ec.europa.eu/eurostat/web/interactive-publications/housing-2025)

Eine niedrige Eigentumsquote ist nicht automatisch ein Marktversagen. Deutschlands großer und vergleichsweise rechtlich geschützter Mietmarkt ist eine Stärke. Problematisch sind vielmehr die stark ungleichen Zugangschancen: Eigenkapital, Erwerbsnebenkosten, Grundstückspreise und Kreditzinsen schließen viele jüngere Haushalte ohne familiäres Vermögen aus.

### 3.8 Wieder steigende Immobilienpreise

Der Häuserpreisindex stieg von 100 im Jahr 2015 auf durchschnittlich 164,1 im Jahr 2022. Nach Preisrückgängen 2023 und 2024 erhöhte er sich 2025 wieder um 3,2 Prozent auf 152,7.

Damit beseitigte die zwischenzeitliche Preiskorrektur das Erschwinglichkeitsproblem nicht. Die Kaufpreise blieben deutlich über dem Niveau von 2015, während Finanzierung wesentlich teurer war als in der Niedrigzinsphase. [Destatis: Wohnimmobilienpreise](https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Baupreise-Immobilienpreisindex/Tabellen/Haeuserpreise-Bauland.html)

### 3.9 Gleichzeitiger Leerstand und Wohnungsknappheit

Beim Zensus 2022 standen 1,9 Millionen Wohnungen beziehungsweise 4,3 Prozent des Bestands leer. Nur rund 38 Prozent – etwa 700.000 Wohnungen – waren innerhalb von drei Monaten beziehbar.

Bei 24 Prozent waren Baumaßnahmen vorgesehen oder im Gang. In vielen ostdeutschen und ländlichen Regionen stehen Wohnungen dauerhaft leer, während Ballungsräume zu wenig Angebot haben. [Destatis: Wohnungsleerstand 2022](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zensus2022-Pressemitteilungen/PM_zenus2022_46.html)

Leerstehende Wohnungen in schrumpfenden Orten sind kein unmittelbarer Ersatz für fehlende Wohnungen in München, Berlin oder einer Universitätsstadt. Arbeitsplätze, Ausbildung, Betreuung und Verkehrsverbindungen sind räumlich gebunden.

### 3.10 Fehlende kleine und barrierearme Wohnungen

2025 lebten 11,7 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen. Gleichzeitig nutzten ältere und alleinlebende Menschen häufig große Wohnungen:

- Haushalte mit einer Haupteinkommensperson ab 65 Jahren: durchschnittlich 68,5 Quadratmeter je Person,
- Haushalte der 25- bis 44-Jährigen: 44,7 Quadratmeter,
- 27 Prozent der alleinlebenden Menschen ab 65 Jahren: mindestens 100 Quadratmeter.

Das ist kein individuelles Fehlverhalten. Umzüge werden durch hohe Neuvertragsmieten, Transaktionskosten, soziale Bindung und fehlende kleinere barrierearme Wohnungen verhindert. [Destatis: Wohnfläche älterer Haushalte](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/06/PD23_N035_12.html)

Nach dem Siebten Armuts- und Reichtumsbericht verfügten nur etwa 1 bis 1,2 Millionen Wohnungen über bestimmte barrierereduzierte Merkmale, bei einem geschätzten Bedarf von etwa drei Millionen. In 81 Prozent der Haushalte mit Menschen ab 65 Jahren bestand 2022 kein stufenloser Zugang zur Wohnung. [Bundestag: Siebter Armuts- und Reichtumsbericht](https://dserver.bundestag.de/btd/21/032/2103250.pdf)

### 3.11 Wohnungslosigkeit auf sehr hohem Niveau

Am 31. Januar 2026 waren rund 452.900 wohnungslose Menschen durch Kommunen oder Einrichtungen untergebracht. Darunter waren:

- 158.700 alleinstehende Menschen,
- 151.300 Personen in Paarhaushalten mit Kindern,
- 76.000 Personen in Alleinerziehendenhaushalten.

Die Zahl lag fünf Prozent unter 2025, aber weit über dem 2022 gemeldeten Stand. Ein Teil des früheren Anstiegs geht auf vollständigere Meldungen und die Unterbringung anerkannter Geflüchteter zurück. [Destatis: Wohnungslosigkeit 2026](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/06/PD26_222_229.html)

Nicht erfasst werden Menschen auf der Straße und verdeckt Wohnungslose. Für Anfang 2024 schätzte die Bundesregierung zusätzlich rund 47.300 Menschen ohne Unterkunft und rund 60.400 verdeckt Wohnungslose. Diese Zahlen dürfen wegen unterschiedlicher Stichtage und Erhebungsmethoden nicht ohne Weiteres zu einer aktuellen Gesamtsumme für 2026 addiert werden. [Wohnungslosenbericht 2024](https://www.bmwsb.bund.de/SharedDocs/downloads/DE/veroeffentlichungen/wohnen/wohnungslosenbericht-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=1)

### 3.12 Wachsende Kompensation durch Wohngeld

Ende 2024 bezogen rund 1,217 Millionen reine Wohngeldhaushalte durchschnittlich 287 Euro im Monat. Die gesamtstaatlichen Wohngeldausgaben stiegen 2025 nach Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung um 26,7 Prozent auf fünf Milliarden Euro. [Destatis: Wohngeldhaushalte](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Wohngeld/Tabellen/18-bl-reine-wgh-th-wohngeldanspruch.html), [Destatis: Sozialleistungen 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_179_813.html)

Wohngeld verhindert Härten und ist nicht bloß „Subvention für Vermieter“. In dauerhaft knappen Märkten kann ein Teil zusätzlicher Nachfrageunterstützung jedoch langfristig in höheren Mieten landen, wenn das Angebot nicht reagiert.

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## 4. Zentrale Kennzahlen

| Indikator | Wert | Zeitraum |
|---|---:|---:|
| Wohnungsbestand | 44,0 Mio. | Ende 2025 |
| Fertiggestellte Wohnungen | 206.600 | 2025 |
| Veränderung der Fertigstellungen | −18,0 % | 2025/24 |
| Erfüllung des früheren 400.000-Ziels | 51,7 % | 2025 |
| Wohnungen im Bauüberhang | 760.700 | Ende 2025 |
| Davon bereits im Bau | 307.200 | Ende 2025 |
| Erloschene Genehmigungen | 35.700 | 2025 |
| Genehmigung bis Fertigstellung | durchschnittlich 27 Monate | 2025 |
| Wohnungsbaupreisindex | 135,0; 2021 = 100 | 4. Quartal 2025 |
| Wohnimmobilienpreisindex | 152,7; 2015 = 100 | 2025 |
| Wohnkostenüberbelastung | 11,2 % der Bevölkerung | 2025 |
| EU-Durchschnitt Überbelastung | 7,7 % | 2025 |
| Sozialmietwohnungen | rund 1,05 Mio. | Ende 2024 |
| Rückgang Sozialwohnungen | −20.600 | 2024 |
| Eigentümerhaushalte | 41,9 % | 2022 |
| Leerstehende Wohnungen | 1,9 Mio. / 4,3 % | Mai 2022 |
| Kurzfristig beziehbarer Leerstand | rund 700.000 | Mai 2022 |
| Bevölkerung in überbelegten Wohnungen | 11,7 % | 2025 |
| Untergebrachte Wohnungslose | 452.900 | Januar 2026 |
| Reine Wohngeldhaushalte | 1,217 Mio. | Ende 2024 |
| Gesamtstaatliche Wohngeldausgaben | 5,0 Mrd. Euro | 2025 |

206.600 Fertigstellungen entsprechen bei rund 83,6 Millionen Einwohnern ungefähr 2,5 neuen Wohnungen je 1.000 Einwohner. Diese Kennzahl sagt noch nichts über regionale Verteilung und Haushaltsentwicklung aus.

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## 5. Historische Entwicklung

1. In den 1990er- und frühen 2000er-Jahren wurde der Wohnungsbau nach dem Wiedervereinigungsboom deutlich zurückgefahren.
2. Die Fertigstellungen erreichten 2009 mit 159.000 einen Tiefpunkt.
3. Urbanisierung, kleinere Haushalte, niedrige Zinsen und Zuwanderung erhöhten in den 2010er-Jahren die Nachfrage.
4. Die Fertigstellungen stiegen bis 2020 auf 306.400, erreichten aber das spätere Regierungsziel von 400.000 nie.
5. Die Immobilienpreise erhöhten sich zwischen 2015 und 2022 um ungefähr 64 Prozent.
6. Ab 2022 trafen stark gestiegene Material- und Energiepreise auf höhere Zinsen.
7. Projekte wurden verschoben oder aufgegeben; der Rückgang zeigte sich wegen der langen Bauzeiten zeitverzögert in den Fertigstellungen 2024 und 2025.
8. Der Sozialwohnungsbestand fiel seit Anfang der 1990er-Jahre von mehr als drei Millionen auf rund 1,05 Millionen.
9. Die Mietpreisbremse wurde 2015 eingeführt und 2025 bis Ende 2029 verlängert.
10. Das Wohngeld wurde 2023 deutlich ausgeweitet; Empfängerzahl und Ausgaben nahmen daraufhin stark zu.
11. Seit 2022 verbessert eine neue Bundesstatistik die Erfassung untergebrachter Wohnungsloser, wodurch die Zeitreihe nur eingeschränkt vergleichbar ist.

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## 6. Regionale Unterschiede

Die Wohnungsprobleme unterscheiden sich grundlegend:

### Wachstumsstädte und Ballungsräume

- hohe Neuvertrags- und Kaufpreise,
- geringe Leerstände,
- Flächenkonkurrenz,
- lange Planungsverfahren,
- Verdrängungsrisiken,
- geringe Eigentumsquoten.

2022 betrug die durchschnittliche Nettokaltmiete in Großstädten 8,10 Euro je Quadratmeter und die Mietbelastung 29 Prozent. In Kleinstädten und Landgemeinden waren es 6,40 Euro und 26 Prozent. Dabei handelt es sich um Bestandsmieten, nicht aktuelle Angebotsmieten. [Destatis: Mieten nach Gemeindetyp](https://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/12211/table/12211-0505)

### Schrumpfende ländliche Regionen

- struktureller Leerstand,
- alte, energetisch oder baulich problematische Gebäude,
- geringe Verkaufswerte,
- fehlende Investitionsanreize,
- Rückbau- und Infrastrukturkosten.

### Eigentumsquote

- Berlin: 15,9 Prozent der Haushalte,
- Hamburg: 20,3 Prozent,
- Bremen: 32,0 Prozent,
- Saarland: 59,7 Prozent,
- Rheinland-Pfalz: 50,9 Prozent.

### Wohnungslosigkeit 2026

- Nordrhein-Westfalen: 104.700 untergebrachte Personen,
- Baden-Württemberg: 90.800,
- Berlin: 57.600.

Absolute Zahlen müssen zur Bevölkerung und zur Aufnahme- beziehungsweise Unterbringungspraxis in Beziehung gesetzt werden.

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## 7. Internationaler Vergleich

Deutschland besitzt im internationalen Vergleich einen außergewöhnlich großen privaten Mietsektor.

- 2024 lebten 53 Prozent der Bevölkerung zur Miete.
- EU-Durchschnitt: 32 Prozent.
- Deutschland war das einzige EU-Land mit einer Mehrheit von Mietern.
- Sozialmietwohnungen stellen nur ungefähr zwei bis drei Prozent des gesamten deutschen Wohnungsbestands.
- In den Niederlanden liegt der entsprechende Anteil nach OECD-Abgrenzung bei ungefähr 34 Prozent, in Österreich bei 24 Prozent und in Dänemark bei 22 Prozent. Die institutionellen Definitionen unterscheiden sich allerdings erheblich. [OECD: Social Rental Housing Stock](https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/data/datasets/affordable-housing-database/ph4-2-social-rental-housing-stock.pdf)

Der große Mietmarkt bietet Mobilität und erspart Haushalten hohe Kauftransaktionskosten. Gleichzeitig macht er Deutschland besonders abhängig von funktionierender Mietregulierung, ausreichendem Neubau und einer verlässlichen sozialen Wohnraumversorgung.

Bei der Wohnkostenüberbelastung lag Deutschland 2025 mit 11,2 Prozent über dem EU-Durchschnitt von 7,7 Prozent. Deutschland weist aber im OECD-Vergleich eine relativ geringe allgemeine Überbelegung und einen gr
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