Dossier BH
Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Einsamkeit, Vertrauen, Ehrenamt und soziale Infrastruktur
Stand: 24. August 2026
Register: DE‑1801 bis DE‑1850
Gesamtregister: 1.850 Problempunkte
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## Dossier BH – Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Einsamkeit, Vertrauen, Ehrenamt und soziale Infrastruktur Stand: 24. August 2026 Register: DE‑1801 bis DE‑1850 Gesamtregister: 1.850 Problempunkte ### 1. Kernbefund Deutschland ist weder pauschal vereinsamt noch empirisch als vollständig „gespaltene Gesellschaft“ zu bezeichnen. Dafür sind demokratische Zustimmung, Wahlbeteiligung, institutionelle Stabilität und freiwilliges Engagement zu hoch. Das belastbare Problemmuster lautet vielmehr: - Einsamkeit konzentriert sich stark bei jungen Erwachsenen, Alleinerziehenden, Alleinlebenden und sozioökonomisch belasteten Menschen. - Das Vertrauen in politische Vermittlungsinstitutionen ist erheblich niedriger als das Vertrauen in Polizei, Justiz oder Verwaltung. - Zustimmung zur Demokratie und Zufriedenheit mit ihrem tatsächlichen Funktionieren fallen weit auseinander. - Engagement bleibt verbreitet, wird aber durch Zeitmangel, soziale Ungleichheit, Bürokratie und fehlende Räume erschwert. - Politische und soziale Bekanntenkreise sind teilweise segregiert; besonders zwischen parteipolitischen Lagern tritt affektive Polarisierung auf. - Kommunal schwache soziale Infrastruktur verschärft Begegnungs-, Beteiligungs- und Engagementprobleme. - Der Staat betreibt zahlreiche Einzelprogramme, verfügt aber über kein integriertes, jährlich aktualisiertes Wirkungs- und Kostenmonitoring. ### 2. Definition und Abgrenzung Einsamkeit ist die subjektiv empfundene Lücke zwischen gewünschten und tatsächlich erlebten sozialen Beziehungen. Sie ist nicht identisch mit Alleinleben oder objektiver sozialer Isolation. Gesellschaftlicher Zusammenhalt umfasst soziale Beziehungen, wechselseitiges Vertrauen, Zugehörigkeit, Teilhabe, Konflikt- und Kompromissfähigkeit sowie die Akzeptanz gemeinsamer Institutionen. Zusammenhalt bedeutet nicht politische Einigkeit; demokratischer Streit kann Ausdruck einer funktionierenden pluralistischen Gesellschaft sein. Abgrenzungen: - Extremistische Straftaten und politische Gewalt verbleiben in Dossier BF. - Desinformation und hybride Einflussnahme verbleiben in Dossier BD. - Armut, Migration, Bildung und Verwaltungsleistung werden hier nur als Ursachen oder Verstärker behandelt. - Kommunale Infrastrukturkosten werden nicht erneut zum Gesamtregister addiert, wenn sie bereits in Infrastruktur-Dossiers erfasst sind. ### 3. Hauptprobleme 1. Rund zwölf Millionen Menschen berichteten 2022 häufige Einsamkeit. 2. Junge Erwachsene waren stärker betroffen als ältere Menschen. 3. Alleinerziehende tragen ein besonders hohes Risiko. 4. Einsamkeit und Alleinleben werden in der Debatte häufig verwechselt. 5. Die amtliche Einsamkeitsmessung ist nicht jährlich und methodisch nicht vollständig harmonisiert. 6. Das Vertrauen in Bundesregierung, Bundestag, Parteien und Medien ist niedrig. 7. Menschen ohne wahrgenommene politische Stimme weisen eine besonders große Vertrauenslücke auf. 8. Demokratiezustimmung und Demokratiezufriedenheit klaffen auseinander. 9. Ost-West-Unterschiede bestehen fort, sind aber nicht statisch. 10. Politisch homogene soziale Netzwerke können Verständigung erschweren. 11. Freiwilliges Engagement ist verbreitet, aber sozial ungleich zugänglich. 12. Zeitmangel und fehlende Zeitautonomie begrenzen Engagement. 13. Bürokratie und rechtliche Verantwortung belasten ehrenamtliche Leitungsfunktionen. 14. Begegnungsräume und kommunale Sport- und Kulturinfrastruktur sind regional ungleich verfügbar. 15. Förderprogramme sind über Ressorts und Ebenen verteilt; Wirkungen lassen sich kaum zusammenführen. ### 4. Kennzahlen Nach der revidierten Zeitverwendungserhebung 2022: - 16 % der Bevölkerung ab zehn Jahren fühlten sich häufig einsam – knapp 12,0 Millionen Menschen. - Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 25 %, bei den ab 65-Jährigen 10 %. - Frauen: 18 %; Männer: 14 %. - Alleinerziehende: 39 %; Alleinlebende: gut ein Viertel; Paarhaushalte ohne Kinder: knapp ein Zehntel. - 32 % beziehungsweise 23,7 Millionen Menschen vermissten Personen, bei denen sie sich wohlfühlen. - 37 % wünschten sich mehr Zeit von Freundinnen, Freunden und Bekannten. - 37 % engagierten sich freiwillig oder ehrenamtlich – rund 27,1 Millionen Menschen. - Ein Drittel der Engagierten hielt die verfügbare Zeit für zu knapp. [Statistisches Bundesamt – ZVE 2022](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Ergebnisse/_inhalt.html) Vertrauen, OECD-Erhebung 2023: - Bundesregierung 36 % - Bundestag 35 % - Parteien 26 % - Nachrichtenmedien 34 % - Polizei 64 % - Gerichte und Justizsystem 58 % - öffentlicher Dienst 50 % - andere Menschen 54 % Zwischen 2023 und 2025 sank das Vertrauen in die Bundesregierung nur geringfügig von 36 auf 35 %; es liegt damit auf einem niedrigen, aber nicht weiter einbrechenden Niveau. [OECD-Länderbericht 2023](https://www.oecd.org/de/publications/oecd-survey-on-drivers-of-trust-in-public-institutions-2024-results-country-notes_a8004759-en/deutschland_1db98e83-de.html), [OECD Trust Survey 2025](https://www.oecd.org/en/publications/2026/06/results-of-the-2025-oecd-survey-on-drivers-of-trust-in-public-institutions_96323a65/full-report/drivers-of-trust-over-time-lessons-from-the-third-wave-of-the-oecd-trust-survey_440749ab.html) Demokratie und Wahlen: - 98 % Zustimmung zur Demokratie als Staatsform. - 60 % Zufriedenheit mit ihrem tatsächlichen Funktionieren. - Ostdeutschland: Anstieg der Funktionszufriedenheit von 43 % 2023 auf 51 % 2025. - 71 % bewerteten die Demokratieentwicklung der vergangenen zehn Jahre eher negativ. - Wahlbeteiligung Bundestagswahl 2025: 82,5 %, gegenüber 76,4 % im Jahr 2021; dennoch 10,58 Millionen Nichtwählende. [Deutschland-Monitor 2025](https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/deutsche-einheit/deutschland-monitor-2025-2408058), [Bundeswahlleiterin](https://www.bundeswahlleiterin.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2025/29_25_endgueltiges-ergebnis.html) ### 5. Historische Entwicklung - Das SOEP-basierte Einsamkeitsbarometer weist einen pandemiebedingten Sprung von etwa 8 % 2017 auf 28 % 2020 und anschließend einen Rückgang auf etwa 11 % 2021 aus. Diese Werte sind wegen anderer Frage- und Schwellenwerte nicht direkt mit den 16 % der ZVE 2022 vergleichbar. [Bundesfamilienministerium](https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/engagement-und-gesellschaft/strategie-gegen-einsamkeit/wissen-zu-einsamkeit-vertiefen-228600) - Der Anteil freiwillig Engagierter lag 2022 nach der ZVE rund drei Prozentpunkte unter 2012/13. Ein Teil des Rückgangs kann mit Pandemie und Erhebungsmethode zusammenhängen. - Die Wahlbeteiligung fiel 2009 auf 70,8 %, stieg danach aber bis 2025 auf 82,5 % – den höchsten Bundestagswahlwert seit 1987. - Das OECD-Vertrauen in die Bundesregierung blieb zwischen 2023 und 2025 nahezu unverändert. - Die ostdeutsche Demokratiezufriedenheit verbesserte sich zwischen 2023 und 2025, obwohl sie weiterhin unter dem westdeutschen Niveau liegt. ### 6. Regionale Unterschiede - Ostdeutschland weist weiterhin geringere Demokratiezufriedenheit auf; der Abstand darf wegen des jüngsten Anstiegs nicht als unveränderliches Strukturmerkmal behandelt werden. - Der FGZ-Datenmonitor findet in Wahlkreisen mit hohen AfD-Anteilen stärkere Sympathieunterschiede zwischen kulturellen, regionalen und sozioökonomischen Gruppen. Die Daten belegen einen Zusammenhang, aber nicht die Kausalrichtung. [FGZ-Datenmonitor 2025](https://fgz-risc.de/fileadmin/media/Datenmonitor_2025.pdf) - Strukturschwache Kommunen können Begegnungsorte, Bibliotheken, Sportstätten und Beratungsangebote schwerer finanzieren. - Stadt-Land-Unterschiede sind nicht eindimensional: Ländliche Räume können über engere Vereinsnetzwerke verfügen, zugleich aber unter schlechter Erreichbarkeit und geringer Angebotsvielfalt leiden. ### 7. Internationaler Vergleich Deutschland lag 2023 beim Vertrauen in die Bundesregierung mit 36 % unter dem OECD-Mittel von 39 %. Nur 51 % der jüngsten Nutzer waren mit den verwendeten Verwaltungsleistungen zufrieden, gegenüber 66 % im OECD-Mittel. Polizei und Justiz genießen wesentlich höheres Vertrauen. Die OECD-Messung zeigt damit keine generelle Institutionenverweigerung, sondern eine Vertrauenshierarchie: konkrete rechtsstaatliche und administrative Institutionen schneiden besser ab als Parteien, Parlament und Bundesregierung. Für Einsamkeit fehlt ein ebenso aktueller, methodisch einheitlicher internationaler Vergleich. Ranglisten aus unterschiedlichen Einsamkeitsskalen wären nicht belastbar. ### 8. Ursachen Belastbar beziehungsweise gut gestützt: - Einkommens- und Bildungsungleichheit - Care-Arbeit und geringe Zeitautonomie - Alleinerziehen und prekäre Haushaltslagen - gesundheitliche Einschränkungen und eingeschränkte Mobilität - fehlende oder schwer erreichbare Begegnungsräume - geringe wahrgenommene politische Responsivität - homogene soziale und politische Netzwerke - bürokratische Belastungen ehrenamtlicher Organisationen - Folgen der Pandemie bei jungen Menschen Plausibel, aber nicht abschließend kausal quantifiziert: - Digitalisierung als Ersatz statt Ergänzung persönlicher Kontakte - empörungsorientierte digitale Kommunikation - wiederholte Krisenerfahrungen und enttäuschte Leistungserwartungen - politische Akteure, die Konflikte strategisch emotionalisieren ### 9. Staatliche Verantwortung Bund: - Einsamkeits-, Engagement- und Demokratieförderstrategien - Vereins-, Steuer-, Zuwendungs- und Gemeinnützigkeitsrecht - bundesweite Messstandards und Forschung - DSEE, Freiwilligendienste und Modellprogramme - Transparenz und Evaluation der Fördermittel Länder: - Kommunalfinanzierung und Kommunalrecht - politische Bildung, Kultur, Sport und Bildung - Förderung landesweiter Beratungs- und Engagementstrukturen Kommunen: - Bibliotheken, Jugendzentren, Mehrgenerationenhäuser, Kultur- und Sportstätten - lokale Beteiligungsverfahren - niedrigschwellige Räume für Vereine und Initiativen - Sozialplanung und aufsuchende Angebote Mitverantwortung tragen Arbeitgeber, Vereine, Wohlfahrtsverbände, Religionsgemeinschaften, Medien und Plattformunternehmen. Soziale Beziehungen selbst können jedoch nicht staatlich verordnet werden. ### 10. Zentrale politische Entscheidungen - 2020: Errichtung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. - Dezember 2023: ressortübergreifende Strategie gegen Einsamkeit. - Ende 2024: Monitoring mit 132 Einzelmaßnahmen. - Dezember 2024: Engagementstrategie des Bundes. - 2025–2032: dritte Förderperiode von „Demokratie leben!“. - Seit 2023: jährlicher Deutschland-Monitor. - Ausbau von Einsamkeitsbarometer und German Social Cohesion Panel. Problematisch bleibt, dass Strategien und Programme überwiegend nebeneinander dokumentiert werden und keine gemeinsame Ergebnisrechnung besitzen. ### 11. Direkte Kosten Belastbar ausweisbar sind einzelne Positionen: - Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt: 30 Millionen Euro Bundeszuschüsse 2026. [Bundeshaushalt 2026](https://www.bundeshaushalt.de/static/daten/2026/soll/epl04.pdf) - „Demokratie leben!“: rund 187 Millionen Euro im Haushalt 2026; die wissenschaftliche Evaluation läuft weiter. [Deutscher Bundestag](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1205264), [Evaluation](https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1187646) - Mehr als 70 ESF-Projekte gegen Einsamkeit und soziale Isolation älterer Menschen bis 2027; ein konsolidierter aktueller Gesamtbetrag aller Einsamkeitsmaßnahmen ist nicht ausgewiesen. [Bundesfamilienministerium](https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/engagement-und-gesellschaft/strategie-gegen-einsamkeit/modellprojekte-gegen-einsamkeit-228616) - Wahrgenommener kommunaler Investitionsrückstand bei Sportstätten: rund 21,6 Milliarden Euro im KfW-Kommunalpanel 2026. Der Sportstättenrückstand ist ein Bestand an unterlassenen Investitionen, keine jährliche Haushaltsausgabe. Er wird wegen Überschneidungen mit dem Infrastrukturregister nicht erneut zur Gesamtschadenssumme addiert. Gesamtkosten: **nicht belastbar quantifizierbar**. ### 12. Indirekte und langfristige Kosten Einsamkeit steht mit schlechterer physischer und psychischer Gesundheit, höherer medizinischer Inanspruchnahme und Arbeitsmarktproblemen in Zusammenhang. Die Richtung und Größe der Kausalwirkung ist jedoch nicht für das gesamte Bundesgebiet einheitlich bestimmt. Mögliche Folgekosten: - zusätzliche Gesundheits- und Pflegebelastungen - geringere Erwerbsfähigkeit und Produktivität - erschwerte Arbeitsvermittlung über soziale Netzwerke - geringere Bereitschaft zu Kooperation und Kompromissen - Schwierigkeiten bei der Besetzung ehrenamtlicher Leitungsfunktionen - Verlust lokaler Angebote bei ausfallendem Engagement - höhere Kosten politischer Konfliktbearbeitung Eine überschneidungsfreie Euro-Gesamtschätzung wäre methodisch unseriös. ### 13. Gewinner, Verlierer und Anreize Benachteiligt: - Alleinerziehende und Menschen mit geringem Einkommen - junge Erwachsene mit schwachen lokalen Netzwerken - Menschen mit Behinderung oder eingeschränkter Mobilität - Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit oder mit Diskriminierungserfahrungen - strukturschwache Kommunen - kleine Vereine ohne hauptamtliche Verwaltung Begünstigt: - ressourcenstarke Personen mit Zeit, Einkommen und etablierten Netzwerken - größere Organisationen mit professioneller Fördermittelverwaltung - politische und mediale Akteure, die Aufmerksamkeit aus Zuspitzung gewinnen Fehlanreize: - kurzfristige Projektförderung statt dauerhafter Infrastruktur - komplizierte Nachweise, die professionelle Träger begünstigen - Erfolgsmessung über Aktivitäten und Teilnehmerzahlen statt dauerhafter Wirkung - faktische Substitution staatlicher Pflichtaufgaben durch Ehrenamt ### 14. Gegenargumente und faire Einordnung - 82,5 % Wahlbeteiligung widerlegen eine pauschale politische Apathie. - 98 % Demokratiezustimmung sprechen gegen eine allgemeine Ablehnung der Verfassungsordnung. - 27,1 Millionen Engagierte belegen eine weiterhin starke Zivilgesellschaft. - Ältere Menschen sind nicht generell einsamer; im Alter kann aber der Ausstieg aus einer bestehenden Einsamkeit schwieriger werden. - Niedriges Regierungsvertrauen kann auch kritische demokratische Aufmerksamkeit ausdrücken. - Polarisierung ist nicht automatisch demokratiefeindlich; problematisch wird sie bei dauerhafter Fremdgruppenabwertung und Verständigungsunfähigkeit. - Staatlich finanzierte Demokratieförderung muss pluralistisch, transparent und überprüfbar bleiben. - Nicht jede individuelle Einsamkeit ist durch staatliche Politik lösbar. ### 15. Datenlücken - keine aktuelle jährliche amtliche Einsamkeitsmessung mit konstantem Instrument - Pflegeheime und Hochbetagte in wichtigen Erhebungen unterrepräsentiert oder ausgeschlossen - keine harmonisierte Verbindung von Einsamkeit, Vertrauen, Teilhabe und Infrastruktur - kein allgemein akzeptierter Langzeitindex der politischen Polarisierung - schwache Wirkungsnachweise vieler lokaler Einzelprogramme - kein konsolidierter Ausgabenbericht für Zusammenhalts- und Einsamkeitspolitik - unvollständige Daten zur Schließung von Begegnungsorten - keine überschneidungsfreie volkswirtschaftliche Kostenschätzung ### 16. Reformoptionen 1. Jährliches Zusammenhaltsdashboard mit stabilen Messinstrumenten und regionaler Auflösung. 2. Regelmäßige Einbeziehung von Pflegeheimen, Hochbetagten und schwer erreichbaren Gruppen. 3. Mehrjährige, verlässliche Finanzierung lokaler Begegnungs- und Engagementinfrastruktur. 4. Öffnung vorhandener Schulen, Bibliotheken und kommunaler Gebäude für Vereine außerhalb der Kernzeiten. 5. Einheitliche, vereinfachte Förder- und Gemeinnützigkeitsverfahren. 6. Kleine Pauschalförderungen mit proportionalen Nachweispflichten. 7. Flexible und hybride Engagementformen sowie Freistellungsmodelle mit Arbeitgebern. 8. Zielgruppenspezifische Angebote für junge Erwachsene, Alleinerziehende und Menschen mit Mobilitätsbarrieren. 9. Verbindliche Rückmeldung, was aus Bürgerbeteiligung und Beschwerden entstanden ist. 10. Transparente Förderdatenbank mit Empfängern, Zielen, Evaluationen und Laufzeiten. 11. Wirkungsorientierte Evaluation statt alleiniger Zählung von Projekten und Veranstaltungen. 12. Klare Trennung zwischen staatlicher Förderung demokratischer Grundwerte und parteipolitischer Einflussnahme. ### 17. Umsetzungsbarrieren - Zuständigkeitszersplitterung zwischen Bund, Ländern und Kommunen - kommunale Haushaltsdefizite - Freiwilligkeitscharakter vieler lokaler Leistungen - Fachkräftemangel in Sozialarbeit und Vereinsberatung - kurzfristige Förderperioden - Datenschutzprobleme bei regional stark aufgelösten Daten - geringe Erreichbarkeit bereits isolierter Menschen - politische Konflikte über Neutralität und Förderauswahl - begrenzte Kausalnachweise bei komplexen sozialen Interventionen ### 18. Hauptquellen - [Destatis: Zeitverwendungserhebung 2022](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Ergebnisse/_inhalt.html) - [Destatis: Zeitwünsche und Internetnutzung](https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsum-Lebensbedingungen/Zeitverwendung/Tabellen/ZeitwuenscheFreunde-internet-zve.html) - [RKI: Einsamkeit bei älteren Erwachsenen](https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Journal-of-Health-Monitoring/GBEDownloadsJ/FactSheets/JHealthMonit_2023_03_Einsamkeit.html) - [DZA: Einsamkeit im höheren Alter](https://www.dza.de/detailansicht/einsamkeit-tritt-bei-aelteren-nicht-haeufiger-auf-ist-aber-schwerer-zu-ueberwinden) - [Monitoringbericht Strategie gegen Einsamkeit](https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/monitoring-bericht-2024-zur-umsetzung-und-weiterentwicklung-der-strategie-der-bundesregierung-gegen-einsamkeit-253402) - [OECD Trust Survey – Deutschland](https://www.oecd.org/de/publications/oecd-survey-on-drivers-of-trust-in-public-institutions-2024-results-country-notes_a8004759-en/deutschland_1db98e83-de.html) - [OECD Trust Survey 2025](https://www.oecd.org/en/publications/2026/06/results-of-the-2025-oecd-survey-on-drivers-of-trust-in-public-institutions_96323a65/full-report/drivers-of-trust-over-time-lessons-from-the-third-wave-of-the-oecd-trust-survey_440749ab.html) - [Deutschland-Monitor 2025](https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/deutsche-einheit/deutschland-monitor-2025-2408058) - [Bundeswahlleiterin: Bundestagswahl 2025](https://www.bundeswahlleiterin.de/info/presse/mitteilungen/bundestagswahl-2025/29_25_endgueltiges-ergebnis.html) - [Repräsentative Wahlstatistik 2025](https://bundeswahlleiterin.de/dam/jcr/63623bc5-20fc-449f-a032-7ecd508f04ad/btw25_heft4.pdf) - [Vierter Engagementbericht](https://www.bmfsfj.de/resource/blob/253736/dd4ef263cc3ef07961b92a09e5e99ffc/vierter-engagementbericht-2024-data.pdf) - [FGZ: Erster Zusammenhaltsbericht](https://fgz-risc.de/fileadmin/media/documents/FGZ_Zusammenhaltsbericht_2023.pdf) - [FGZ-Datenmonitor 2025](https://fgz-risc.de/fileadmin/media/Datenmonitor_2025.pdf) - [KfW-Kommunalpanel 2026](https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-Kommunalpanel/KfW-Kommunalpanel-2026.pdf) - [Bundeshaushalt 2026 – Sport und Ehrenamt](https://www.bundeshaushalt.de/static/daten/2026/soll/epl04.pdf) ### 19. Problemregister DE‑1801 bis DE‑1850 Evidenz: A = amtlich/aktuell/hoch belastbar; B = wissenschaftlich belastbarer Zusammenhang; C = plausible Bewertung oder Datenlücke. Priorität: H = hoch, M = mittel. | ID | Titel und These | Evidenz/Kennzahl/Trend | Betroffene; Ursache/Verantwortung | Schaden, Gegenargument, Lücke | Priorität/Reform | |---|---|---|---|---|---| | DE‑1801 | Häufige Einsamkeit | A; 16 %, 12,0 Mio., 2022 | Bevölkerung ab 10; soziale und ökonomische Faktoren | Hohe Größenordnung; Pandemieeinfluss | H; regelmäßige Messung | | DE‑1802 | Junge Erwachsene | A; 25 % der 18–29-Jährigen | Junge Menschen; Pandemie, Übergänge, Netzwerke | Höchste Altersquote; keine Kausalzerlegung | H; zielgruppenspezifische Ang … (Ansicht gekürzt; der gespeicherte Text ist vollständig)