Niedrige Fernverkehrspünktlichkeit und überalterte Bahninfrastruktur
Bereich
Deutsche Bahn, Verkehrsinfrastruktur
Problemthese
Der Zustand und die Überlastung der Infrastruktur verhindern trotz hoher Investitionen einen verlässlichen Bahnbetrieb.
Belegstatus
Belegt.
Kennzahlen
Die betriebliche Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr sank 2025 auf 60,1 %, die Reisendenpünktlichkeit auf 65,5 %. Die Pünktlichkeit der Schiene insgesamt lag bei 86,5 %. DB InfraGO nennt überalterte Stellwerke, Oberbau und marode Brücken als wesentliche Störquellen. 2025 flossen 23,7 Milliarden Euro in Ausbau, Erneuerung und Instandhaltung. Die Zustandsnote des Gesamtnetzes verbesserte sich nach zeitversetzter Messung geringfügig von 3,03 auf 3,00.
Entwicklung/Zeitraum
Betriebsqualität 2025 weiter verschlechtert; Anlagenzustand zuletzt leicht verbessert.
Größenordnung
Milliardeninvestitionen sowie erhebliche, bislang nicht vollständig quantifizierte Zeit- und Logistikkosten.
Betroffene
Reisende, Güterverkehr, Bahnunternehmen, Aufgabenträger und Steuerzahler.
Ursachen
Jahrzehntelang aufgeschobene Erneuerung, hohe Auslastung, Baustellen, instabile Fahrplanung, Alttechnik und Zielkonflikte zwischen Betrieb und Sanierung.
Verantwortung
Bund als Eigentümer und Infrastrukturfinanzierer, Verkehrsministerium, DB-Vorstand und DB InfraGO; Länder verantworten große Teile des Regionalverkehrs.
Folgeschäden
Anschlussverluste, zusätzliche Straßenverkehre, Lieferkettenrisiken und Vertrauensverlust.
Gegenargumente
Die intensive Bautätigkeit verschlechtert kurzfristig die Pünktlichkeit, soll aber die langfristige Zuverlässigkeit erhöhen. Fahrzeugverfügbarkeit und einzelne Anlagenbereiche verbesserten sich.
Datenlücken
Einheitliche Vollkosten von Verspätungen, projektbezogene Soll-Ist-Vergleiche und eindeutige Verantwortungszuordnung bei Bauverzögerungen.
Priorität
Hoch.
Reformansätze
Mehrjährige leistungsbezogene Infrastrukturfinanzierung, verlässlicher Korridorplan, öffentliches Anlagenregister, stärkere Eigentümersteuerung und klarere Schnittstellen. Eine Konzernaufteilung könnte Transparenz erhöhen, aber zusätzliche Koordinationsprobleme schaffen.
Quellen
DB-Geschäftsbericht 2025: Fernverkehr, DB InfraGO: Entwicklung 2025, DB InfraGO: Infrastrukturinvestitionen
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## DE-009 – Niedrige Fernverkehrspünktlichkeit und überalterte Bahninfrastruktur - **Bereich:** Deutsche Bahn, Verkehrsinfrastruktur - **Problemthese:** Der Zustand und die Überlastung der Infrastruktur verhindern trotz hoher Investitionen einen verlässlichen Bahnbetrieb. - **Belegstatus:** **Belegt**. - **Kennzahlen:** Die betriebliche Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr sank 2025 auf 60,1 %, die Reisendenpünktlichkeit auf 65,5 %. Die Pünktlichkeit der Schiene insgesamt lag bei 86,5 %. DB InfraGO nennt überalterte Stellwerke, Oberbau und marode Brücken als wesentliche Störquellen. 2025 flossen 23,7 Milliarden Euro in Ausbau, Erneuerung und Instandhaltung. Die Zustandsnote des Gesamtnetzes verbesserte sich nach zeitversetzter Messung geringfügig von 3,03 auf 3,00. - **Entwicklung/Zeitraum:** Betriebsqualität 2025 weiter verschlechtert; Anlagenzustand zuletzt leicht verbessert. - **Größenordnung:** Milliardeninvestitionen sowie erhebliche, bislang nicht vollständig quantifizierte Zeit- und Logistikkosten. - **Betroffene:** Reisende, Güterverkehr, Bahnunternehmen, Aufgabenträger und Steuerzahler. - **Ursachen:** Jahrzehntelang aufgeschobene Erneuerung, hohe Auslastung, Baustellen, instabile Fahrplanung, Alttechnik und Zielkonflikte zwischen Betrieb und Sanierung. - **Verantwortung:** Bund als Eigentümer und Infrastrukturfinanzierer, Verkehrsministerium, DB-Vorstand und DB InfraGO; Länder verantworten große Teile des Regionalverkehrs. - **Folgeschäden:** Anschlussverluste, zusätzliche Straßenverkehre, Lieferkettenrisiken und Vertrauensverlust. - **Gegenargumente:** Die intensive Bautätigkeit verschlechtert kurzfristig die Pünktlichkeit, soll aber die langfristige Zuverlässigkeit erhöhen. Fahrzeugverfügbarkeit und einzelne Anlagenbereiche verbesserten sich. - **Datenlücken:** Einheitliche Vollkosten von Verspätungen, projektbezogene Soll-Ist-Vergleiche und eindeutige Verantwortungszuordnung bei Bauverzögerungen. - **Priorität:** **Hoch**. - **Reformansätze:** Mehrjährige leistungsbezogene Infrastrukturfinanzierung, verlässlicher Korridorplan, öffentliches Anlagenregister, stärkere Eigentümersteuerung und klarere Schnittstellen. Eine Konzernaufteilung könnte Transparenz erhöhen, aber zusätzliche Koordinationsprobleme schaffen. - **Quellen:** [DB-Geschäftsbericht 2025: Fernverkehr](https://ibir.deutschebahn.com/2025/de/zusammengefasster-lagebericht/entwicklung-der-geschaeftsfelder/geschaeftsfeld-db-fernverkehr/entwicklung-im-berichtsjahr/), [DB InfraGO: Entwicklung 2025](https://ibir.deutschebahn.com/2025/de/zusammengefasster-lagebericht/entwicklung-der-geschaeftsfelder/geschaeftsfeld-db-infrago-ag/entwicklung-im-berichtsjahr/), [DB InfraGO: Infrastrukturinvestitionen](https://ibir.deutschebahn.com/2025/de/zusammengefasster-lagebericht/entwicklung-der-geschaeftsfelder/geschaeftsfeld-db-infrago-ag/entwicklung-der-infrastruktur/)